Finanzberichterstattung
Unser Geschäftsbericht
Bedarfsgerechten Wohnraum für alle zur Verfügung zu stellen ist das Kerngeschäft von Vonovia. Dabei besteht die allgemeine Herausforderung für uns darin, ein breites Angebot an Wohnungen zu fairen und transparenten Preisen bei einer gleichzeitigen Realisierung eines treibhausgasneutralen Gebäudebestandes bereitstellen zu können. Entdecken Sie, wie wir durch das strikte Einhalten aller regulatorischer Vorgaben sowie die Umsetzung transparenter und sozialverträglicher Maßnahmen uns unserem Ziel nähern, Wohnraum für alle Menschen bereitstellen zu können.
Für unseren Beitrag zu bezahlbarem Wohnraum nutzen wir drei zentrale Kennzahlen: die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter, die Anzahl der preisgebundenen Wohnungen und – in Deutschland – die durchschnittliche Umlage von Modernisierungskosten.
Diese Größen dienen als Vergleichsmaßstab, etwa in Branchen-Benchmarks, und machen unseren verantwortungsbewussten Umgang mit Mieten transparent. Ergänzend nutzen wir die geplante organische Mietsteigerung des Folgejahres als Näherungsgröße.
Unser Ziel ist, die Mietbelastung finanzierbar zu halten und energetische Modernisierungen so zu gestalten, dass Klimaziele (Details zum Umsetzungsplan siehe Geschäftsbericht) und Belastung für unsere Kundinnen und Kunden im Einklang stehen.
Als verantwortungsvolles Unternehmen stellen wir bezahlbaren und bedarfsgerechten Wohnraum zur Verfügung und erfüllen damit das Grundbedürfnis nach Wohnen. Unser Ziel ist, möglichst vielen Menschen eine langfristige Wohnperspektive zu bieten – auch unter erschwerten Rahmenbedingungen und bei gleichzeitigem Verfolgen unseres Klimapfads hin zu einem treibhausgasneutralen Gebäudebestand bis 2045 (Details zum Umsetzungsplan siehe Geschäftsbericht).
Dafür orientieren wir unsere Mietpreise an ortsüblichen Mieten und qualifizierten Mietspiegeln und achten besonders auf Sozialverträglichkeit und Transparenz. Wir investieren in Vermietung, Modernisierung und Neubau, nutzen öffentliche Fördermittel und arbeiten mit Städten und Gemeinden zusammen, um neuen, teilweise geförderten Wohnraum zu schaffen.
Ergänzende Maßnahmen wie Härtefall- und Sozialmanagement, besondere Regelungen für ältere Kundinnen und Kunden sowie der Einsatz von Sozialmanagerinnen und Sozialmanagern unterstützen einkommensschwache und schutzbedürftige Haushalte dabei, langfristig in ihren Wohnungen zu bleiben.
Grundlegende Entscheidungen zur Vermietungsstrategie werden im Vorstand getroffen, die konkrete Umsetzung erfolgt dezentral in den Regionen unter Verantwortung des Chief Rental Officer (CRO).
In Zeiten großer Wohnungsknappheit und schwieriger Rahmenbedingungen setzen wir weiterhin darauf, Wohnraum zu transparenten und fairen Preisen für unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten anzubieten.
Bei unseren Mietpreisen orientieren wir uns an den ortsüblichen Mieten und – sofern vorhanden – an qualifizierten Mietspiegeln. Die durchschnittliche Miete beträgt konzernweit 8,38 €/m² (in Deutschland 8,19 €/m², jeweils Stand 31.12.2025)), was einer organischen Mietsteigerung von 4,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Indexmieten, also Mieten, die an die Inflationsentwicklung gekoppelt sind, machen lediglich rund 2 % unserer Mietverträge aus. Die durchschnittliche Warmmiete in unserem Portfolio liegt weiterhin bei unter 30 % des durchschnittlich verfügbaren Haushaltseinkommens von Mieterhaushalten in Deutschland.
Wir befürworten regulierende Eingriffe auf den Wohnungsmärkten, da sie aus unserer Sicht das soziale Gleichgewicht stützen und so für ein stabiles Geschäftsumfeld sorgen. Bei der Vermietung richten wir uns stets nach den geltenden länderspezifischen Gesetzgebungen.
In Schweden werden die Mieten in der Regel verbindlich und einvernehmlich durch Verhandlungen zwischen Mietervereinigungen und Vermietern festgelegt. Sie sind somit preislich reguliert. Anpassungen erfolgen üblicherweise jährlich sowie nach Modernisierungen auf einen höheren Standard.
In Deutschland können die Kosten einer energetischen Sanierung – in einem gesetzlich festgelegten Rahmen – auf die Kaltmiete umgelegt werden. Der Staat hat die Umlagefähigkeit auf drei Euro pro Quadratmeter (zwei Euro bei Mieten unter 7 €/m²) begrenzt. Die durchschnittliche Umlage der Modernisierungskosten betrug 2025 bei Vonovia 0,75 €/m².
Mit unserem Geschäftsmodell sind wir immer in die jeweilige Stadtgesellschaft eingebunden, in der wir Wohnraum anbieten. Städte und Gemeinden sind daher unsere wichtigsten Partner, wenn es um die konkrete lokale Ausgestaltung unserer Wohnangebote geht.
In zahlreichen Städten und Gemeinden bieten wir geförderten – in Deutschland sind derzeit rund 27.000 unserer Wohnungen preisgebunden – sowie frei finanzierten Wohnraum für Menschen mit niedrigen Einkommen und reagieren mit bedarfsgerechten Angeboten auf die ortsspezifischen Herausforderungen. Unsere ergänzenden freiwilligen Vereinbarungen, die wir mit Kommunen treffen, regeln beispielsweise faire Mietbedingungen, den Bau neuer Wohnungen oder die Stärkung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften und die gemeinsame Entwicklung von Quartieren.
Preisgebundenen Wohnraum bieten wir insbesondere auch in Österreich und Schweden an. In Österreich unterliegen fast 18.400 (>90%) und in Schweden alle unserer rund 40.000 Wohnungen einer Preisbindung. Insgesamt sind somit rund 16 % unseres gesamten Wohnungsbestandes mietrechtlich gedeckelt.
Grundgedanke aller Vereinbarungen ist es, dass Vonovia partnerschaftlich mit Politik und Gesellschaft an den kommunalen Herausforderungen arbeiten möchte und wir in unseren Planungen die spezifischen lokalen und sozialen Herausforderungen in den Städten berücksichtigen.
Bei Vonovia setzen wir auf ein umfassendes Sozialmanagement, um unseren Kundinnen und Kunden ein sicheres Netz zu bieten. Unser Ziel ist es dabei immer, die Menschen in ihrer Zahlungsfähigkeit zu unterstützen, damit sie in ihren Wohnungen bleiben können und ihr Wohnraum weiterhin für sie bezahlbar bleibt. Dazu bieten wir individuelle Unterstützungsmaßnahmen an, die von Mietstundungen und Ratenzahlungen über die Begleitung bei Wohngeldanträgen bis hin zu Umzugshilfen reichen. Hierfür steht ein Team aus entsprechend geschulten Sozialmanagern bereit.
Im Rahmen unserer Härtefallregelungen bei Modernisierungen wenden wir einheitliche Standards an, die auf wohlfahrtsverbandlichen Orientierungswerten basieren. Diese Standards wurden gemeinsam mit dem Mieterbund und weiteren Wohnungsunternehmen entwickelt, um Verlässlichkeit und Transparenz in Härtefallsituationen zu gewährleisten. In den vergangenen Jahren haben wir bei der überwiegenden Mehrheit der Härtefalleinwände ein positives Ergebnis erzielen und den betroffenen Kundinnen und Kunden direkt helfen können.
Ebenfalls weiterhin Gültigkeit hat unser besonderer Bestandsschutz für Menschen über 70 Jahre.
Eine besondere Belastung für viele Haushalte ist in den vergangenen Jahren durch diverse geopolitische Kriege und Krisen entstanden – in Form von teilweise stark gestiegenen Energiekosten (v.a. für Wärme). Auch wenn wir in der Regel nicht selbst der Energieversorger sind, sondern die Kosten der entsprechenden Energieanbieter nur durchleiten, sehen wir uns in der Verantwortung, unsere Kundinnen und Kunden zu unterstützen.
Wir haben daher – im Rahmen unserer Möglichkeiten – ein umfangreiches Maßnahmenpaket entwickelt, um den gestiegenen Kosten durch Energiekrise und Inflation entgegenzuwirken. Dazu gehören u. a. die Absenkung der Nachttemperatur in unseren Beständen um ein Grad Celsius, um Energie zu sparen, Energiespartipps, Hilfestellungen bei der Beanspruchung staatlicher Leistungen oder auch individuelle Lösungen, wenn Energiekosten nicht aufgewendet werden können. Unsere Mieterinnen und Mieter informieren wir u.a. auf unserer Webseite in verschiedenen Sprachen über die Möglichkeiten zum Energiesparen.
Auch in Schweden sind die Energiepreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Aufgrund des schwedischen Warmmietenmodells müssen hier die Mieterinnen und Mieter jedoch nur den Preiseffekt des Stroms selbst tragen, während für Vermieter die Betriebskosten aufgrund der höheren Kosten für die Wärmeversorgung steigen. Dies bietet aber gleichzeitig auch Anreize für die energetische Sanierung von Gebäuden. Kritische Veränderungen bei der Vermietung oder für Kundinnen und Kunden aufgrund der Energiepreise haben wir bislang nicht erkennen können.
Bei Vonovia ist es uns ein zentrales Anliegen, dass Wohnraum diskriminierungsfrei allen Menschen zur Verfügung steht, entsprechend dem deutschen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und den grundlegenden Menschenrechten.
In einer pluralistisch-demokratischen Gesellschaft ist ein gerechter und transparenter Zugang zu Wohnraum von essenzieller Bedeutung. Daher sind unsere Wohnungsangebote und -dienstleistungen niedrigschwellig und allgemein zugänglich; Wohnungsanzeigen und Mietverträge formulieren wir neutral, um Diskriminierung vorzubeugen.
Bei Nachfragen nach Wohnraum achten wir besonders darauf, dass unsere Vergabeprozesse transparent und gerecht sind. Eine sozial sensible Wohnungsvergabe trägt zur Stabilisierung des sozialen Friedens und zum Wohlbefinden in den Quartieren bei.
Darüber hinaus treten wir für eine offene Antidiskriminierungskultur ein, die von der Unternehmensspitze aktiv unterstützt und gefördert wird. Über unsere mehrsprachigen Hinweisgeberkanäle, die auch allen Mieterinnen und Mietern zugänglich sind, können Diskriminierungsverdachtsfälle offen oder anonym gemeldet werden. Dies soll sicherstellen, dass unsere Werte in allen Aspekten des Wohnens – von der Bewerbung über die gesamte Mietdauer bis zum Auszug – gelebt werden.
Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass niemand aufgrund seiner sozialen Herkunft oder anderer persönlicher Merkmale benachteiligt wird. Wohnen ist ein Menschenrecht, und wir setzen uns dafür ein, dieses Recht für alle zu wahren.
Nicht nur die besonders Schutzbedürftigen spielen für uns eine Rolle, wenn es um die Bereitstellung von Wohnraum für bestimmte Zielgruppen geht. Um einen Beitrag zur Unterstützung der Verkehrswende und zur Stabilität einer wesentlichen Infrastrukturkomponente des Landes zu leisten, kooperiert Vonovia mit der Deutschen Bahn.
Bahnbedienstete können bevorzugt Wohnungen von uns mieten. Wir wollen damit z. B. Zugbegleitern, Lokführern und Technikern des Unternehmens die Möglichkeit geben, bezahlbaren und ansprechenden Wohnraum in der Nähe ihrer Einsatzstellen zu finden.
Zukünftig wollen wir unser Partnerschaftsnetz weiter ausweiten und auch andere Berufsgruppen in den Blick nehmen.
Ressourcenschonung und Klimaschutz vertraglich zwischen Vermieter und Mieter zu vereinbaren, ist das Ziel der sog. "grünen Mietverträge". Das hauptsächlich im angelsächsischen Raum für Gewerbeimmobilien verwendete Instrument soll nachhaltiges Verhalten – über die dort in manchen Belangen geringen gesetzlichen Standards hinaus – fördern.
Typische Elemente von grünen Mietverträgen sind u.a. Transparenz zu Verbrauchsdaten, die Nutzung erneuerbarer Energien, Einsparung von Ressourcen (Energie und Wasser) sowie die umwelt- und ressourcenschonende Durchführung von Bau- und Reparaturmaßnahmen.
Für die deutsche Wohnungswirtschaft lässt sich das Konzept nicht in gleichem Maße übertragen. Und das ist auch nicht notwendig: In unseren Mietverhältnissen bieten wir bereits umfassende Transparenz über Verbrauchsdaten und den energetischen Zustand der Immobilie – z.B. über Abrechungsdaten und Energieausweise – und achten bei Modernisierung und Instandhaltung auf Umwelt- und Ressourcenschutz (siehe Geschäftsbericht). Die hohen gesetzlichen Standards sichern dies zusätzlich ab.
Durch unseren Klimapfad und die damit verbundenen Maßnahmen – z.B. über das Angebot von zertifiziertem Grünstrom – tragen wir zur Dekarbonisierung des Gebäudebestandes bei (Details zum Umsetzungsplan siehe Geschäftsbericht). Die gesetzlich klar geregelte Umlage über die Miete schafft dabei Sicherheit und Planbarkeit bei der Mietentwicklung.
Damit erfüllen unsere Mietverträge alle wesentlichen Kennzeichen eines „grünen Mietvertrags“.
Für mehr Informationen empfehlen wir die Broschüre „Green Lease 2.0“ des ZIA.