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Foto: Waldsiedlung Zehlendorf, Deutsche Wohnen / Vonovia, 2026 © Georgios Anastasiades
DAS FESTIVAL
100 JAHRE WALDSIEDLUNG ZEHLENDORF
27.–30.8.2026
Berlin, 27.07.2026 – Die Waldsiedlung Zehlendorf feiert in diesem Jahr einen doppelten Meilenstein. Neben dem 100-jährigen Bestehen der Anlage wurde die Siedlung im Juli 2026 offiziell als siebter Teil der „Siedlungen der Berliner Moderne“ in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Anlässlich dieses Doppeljubiläums richtet das Landesdenkmalamt Berlin gemeinsam mit Vonovia und weiteren Partnern vom 27.–30.8.2026 erneut das Festival „Siedlungen der Berliner Moderne“ aus. Das spartenübergreifende Festival verbindet Architektur, Kunst, Musik und Geschichte. Gemeinsam mit Bewohner*innen, Künstler*innen, Expert*innen und weiteren Beteiligten vor Ort entsteht ein Programm, das die Ideen der Berliner Moderne aus neuen Perspektiven vermitteln und den Gemeinschaftsgedanken der Siedlungen in die Gegenwart übersetzen.
Das diesjährige Festival in der Waldsiedlung feiert die Schönheit, die Farbigkeit und die Heiterkeit dieses einzigartigen Ensembles. Das facettenreiche Programm für alle Generationen lädt an Originalschauplätzen zum Entdecken ein – ob unter freiem Himmel oder in Räumen der Siedlung. Musiker*innen, Expert*innen, Bewohner*innen und Gäste kommen zusammen und füllen die Architektur mit Leben. In Konzerten, Workshops, Freiluftkino, Salons oder Führungen wird spürbar, wie im gelebten Miteinander eine neue gesellschaftliche Kraft entsteht – damals, heute und wegweisend für die Zukunft.
Musikalisch wird das Festival durch das „Stegreif Orchester Berlin“ begleitet, das mit Improvisationen, Wandelkonzerten an Originalschauplätzen von Bruno Taut, Hugo Häring, Otto Rudolph Salvisberg und Leberecht Migge sowie der finalen „Waldsiedlungs-Symphonie“ den Geist der 1920er Jahre im Heute erlebbar macht. Zu den Höhepunkten zählen private und öffentliche Salons in Wohnungen und Kiez-Schauplätzen wie Toms Kaffeerösterei oder der Buchhandlung Born, in denen Fachleute über UNESCO-Welterbe, Typografie und Freiraumgestaltung diskutieren. Kultur- und Architekturinteressierte erwarten zudem die Ausstellung „Perspektive Waldsiedlung“, Stummfilm-Klassiker wie „Menschen am Sonntag“ beim Open-Air-Kino im Kiefernhof, der Festumzug „Tanz auf dem Vulkan“ mit Sapucaiu no Samba sowie die Enthüllung eines neuen, barrierefreien Tastmodells, das die Architektur der Siedlung auch für sehbehinderte und blinde Menschen haptisch greifbar macht, beim Großen Finale am Sonntag, den 30. August.
Die Waldsiedlung Zehlendorf, auch bekannt als „Onkel-Tom-Siedlung“, zählt zu den bedeutendsten städtebaulichen Zeugnissen des Neuen Bauens in Deutschland. Anstelle dunkler Mietskasernen errichtete die Wohnungsbaugenossenschaft GEHAG zwischen 1926 und 1932 unter der Leitung der Architekten Bruno Taut, Hugo Häring und Otto Rudolph Salvisberg eine der größten zusammenhängenden Wohnanlagen der 1920er Jahre.
Rund um den U-Bahnhof Onkel Toms Hütte entstanden 1.917 Wohneinheiten, darunter 1.108 Wohnungen im bis zu dreigeschossigen Geschosswohnungsbau sowie 809 Einfamilienhäuser. Alle Wohnungen verfügten über eigene Bäder, Küchen und private Außenwohnräume wie Balkone, Loggien oder Gärten. Gleichberechtigt zur Architektur gestalteten Leberecht Migge und Martha Willings-Göhre die Freiflächen, sodass eine harmonische Einfügung in den Naturraum mit durchgehenden Flachdächern und differenzierter Farbigkeit gelang. Mit diesem Konzept löste die Siedlung das soziale Versprechen ein, breiten Bevölkerungsschichten ein gesundes und würdiges Zuhause mit Licht, Luft und Sonne zu bieten.
Heute gehört die Waldsiedlung zum Bestand von Vonovia, die sich für den Erhalt und die Pflege dieses architektonischen Erbes engagiert. Zu den historischen Berliner Beständen von Vonovia zählen neben der Waldsiedlung auch die Hufeisensiedlung in Neukölln, die Weiße Stadt in Reinickendorf, die Wohnstadt Carl Legien in Pankow sowie die Großsiedlung Siemensstadt im Bezirk Spandau. Diese Wohnsiedlungen gelten mit ihrer wegweisenden, denkmalgeschützten Architektur als stadtplanerisch und architektonisch prägend.
100 Jahre Waldsiedlung reiht sich ein in einen ganzen Reigen von Jubiläen. In den kommenden Jahren feiern auch andere Siedlungen der Berliner Moderne: Nach dem Auftakt der Hufeisensiedlung im letzten Jahr, folgen die Wohnstadt Carl Legien (1928–30), Weiße Stadt (1929–31) und Großsiedlung Siemensstadt (1929–34). Gemeinsam erzählen sie die Geschichte einer zukunftsweisenden Architekturbewegung in Berlin.
Eine Veranstaltung von: Landesdenkmalamt Berlin
ARTPRESS – Ute Weingarten
Sabine von Jakusch-Gostomski
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