Finanzberichterstattung
Unser Geschäftsbericht
Bochum, 17. März 2026 - Die Vonovia SE („Vonovia“) ist bundesweit das erste Unternehmen, das in mehreren Quartieren, verteilt über das Hamburger Stadtgebiet, die Wärmeversorgung mit „Nutzen statt Abregeln“-Strom ergänzt. In der Hansestadt hat Europas führendes Wohnungsunternehmen 25 Heizanlagen, die insgesamt rund 500 Wohnungen versorgen, mit Tauchsiedern ausgestattet. Das Berliner Energietechnik Start-up decarbon1ze steuert die Anlagen.
Es entsteht eine Power-to-Heat-Lösung, die erneuerbar erzeugten Strom als warmes Wasser immer dann speichert, wenn er sonst durch den Netzbetreiber abgeregelt werden müsste; Gas bleibt im Speicher und springt ein, wenn Grünstrom fehlt. Mit mehr als 100 kW-Leistung entsteht die erste Entlastungsgruppe nach den Bedingungen von „Nutzen statt Abregeln“ im Energiewirtschaftsgesetz.
Vonovia setzt auf eine ganzheitliche und nachhaltige Strategie: Die klimafreundliche Wärmeversorgung im Gebäudebestand soll konsequent ausgebaut und der Einsatz erneuerbarer Energien weiter vorangetrieben werden. Die Nachrüstung von Stromzusatzheizungen, die gezielt eingesetzt werden, wenn Wind- oder Solaranlagen sonst abgeregelt werden müssten, ist eine Einstiegsmöglichkeit für erneuerbare Wärme im Gebäudebestand.
„Hier wird die Energiewende auf ihre modernste und innovativste Weise gestaltet, um natürliche Ressourcen effizient zu nutzen – und um unsere Kundinnen und Kunden gewinnbringend auf unserem Klimapfad mitzunehmen. Wann immer kostengünstiger Grünstrom zur Verfügung steht, ersetzt dieser das herkömmliche Gas. Auf diese Weise versorgen wir ganze Quartiere – trotz fossiler Heizanlage – zu einem signifikanten Anteil mit grüner Wärme“, sagt Luka Mucic, CEO bei Vonovia.
Der 2023 eingeführte §13k im Energiewirtschaftsgesetz hat die notwendigen Voraussetzungen für diesen wirtschaftlichen Einsatz von Stromdirektheizungen in Wohngebäuden geschaffen. Auf dessen Grundlage hat im Oktober 2024 eine zweijährige Erprobungsphase begonnen. Übertragungsnetzbetreiber haben dafür sogenannte Entlastungsregionen benannt, in denen zusätzliche flexible Stromverbraucher zum Einsatz kommen können. Diese Entlastungsregionen liegen aktuell vor allem entlang der deutschen Küsten und in Nord-Ost-Deutschland in den Regelzonen von 50Hertz und TenneT. Strom für Entlastungsanlagen wird so günstig, dass es wirtschaftlich wird, Gas zu ersetzen.
Das Potential im deutschlandweiten Gebäudebestand ist groß. Knapp 10 TWh Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wurden 2024 abgeregelt. Überwiegend betrifft die Abregelung Windenergieanlagen im Norden Deutschlands. Rund 9 TWh flexibler Verbrauch könnten in der gleichen Region in etwa 1,7 Millionen Mehrfamilienhäusern durch Stromzusatzheizungen entstehen.
decarbon1ze stellt sicher, dass die zusätzlichen elektrischen Lasten entsprechend den gesetzlichen Anforderungen für „Nutzen statt Abregeln“ aktiviert werden. „Mit dem Tauchsieder Windstrom zu speichern bringt uns vor allem im Altbaubestand voran“, erklärt Dr. Arwen Colell, Geschäftsführerin von decarbon1ze, und betont: „Wir wollen die Speicher für das Energiesystem aktivieren, die ohnehin schon als Elektroautos herumfahren oder im Heizungskeller stehen. So haben schneller mehr Menschen etwas vom Umstieg auf die erneuerbaren Energien, und wir stärken gleichzeitig die Resilienz und senken die Gesamtsystemkosten.“
Dr. Dirk Biermann, Geschäftsführer Operations (COO) 50Hertz: „Mit dem Instrument 13k können wir überschüssigen Wind- und Solarstrom sinnvoll nutzen statt ihn abzuregeln – ein klarer Gewinn für Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz. Noch befindet sich das Instrument 13k in der Erprobungsphase – in dieser lernen wir, was funktioniert und wo wir noch nachschärfen müssen. Ich freue mich, dass die heute vorgestellte Kooperation zeigt, dass auch mehrere kleine Anlagen zusammen einen echten Beitrag leisten können.“
Die Teilnahme an „Nutzen statt Abregeln“ erfordert Viertelstundenverbrauchswerte, die in den Anlagen der Vonovia von intelligenten Messsystemen der Hamburger Energienetze bereitgestellt werden. Dr. Peter Wolffram, Geschäftsführer des Bereichs Unternehmen und Kunde bei den Hamburger Energienetzen: „Wir freuen uns, mit unserem Beitrag den Klimaschutz in Hamburg ein Stück weiter vorangetrieben zu haben. Der intelligente Einsatz der Heizungsanlagen zeigt, wie viel Potenzial innovative Dienstleistungen auf der Grundlage von moderner Messtechnik für eine klimaneutrale Zukunft haben!“
Bild: Vonovia