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Hannover, 3. März 2026, Am heutigen Dienstag war der Energiesprong zu Gast in Hannover. Höhepunkt, der mit 140 Teilnehmenden ausgebuchten Veranstaltung, war eine Baustellenbegehung: Am Mittag schwebten vorgefertigte Hightech-Solarfassaden zentimetergenau an ein bewohntes Mehrfamilienhaus im Hagebuttenweg. Mit deren Montage zeigen Vonovia, die dena - Deutsche Energie-Agentur und die Klimaschutzagentur Region Hannover erstmalig das serielle Verfahren nach dem Energiesprong-Prinzip in der Landeshauptstadt.
Das energetische Modernisieren des Gebäudebestands ist ein entscheidender Hebel für das Erreichen der Klimaziele. Herkömmliche Verfahren sind oft langwierig und belastend für Mietende. Das serielle Verfahren nach dem Energiesprong-Prinzip verbindet dagegen digitale Planung, standardisierte Prozesse und im Werk vorgefertigte Fassaden-, Dach- und Energiemodule. Durch diese innovative Lösung verkürzt sich die Baustellenzeit von mehreren Monaten auf wenige Wochen. Idealerweise wird NetZero-Standard erreicht: Ein Gebäude produziert jährlich so viel Energie, wie für Wärme, Strom und Warmwasser benötigt wird.
Im Hagebuttenweg kommen innovative Solarfassaden der ELK TECH GmbH mit neuartigen Infrarot-Heizfenstern von Vestaxx zum Einsatz, die die bisherige Gasheizung ersetzen. Die hochgedämmten vorgefertigten Fassadenelemente senken den Energiebedarf um bis zu 90 Prozent. Nach der Montage erreichen die Wohngebäude den Effizienzhausstandard 40 und sind somit energetisch auf Neubau-Niveau. Photovoltaikmodule in der Fassade und auf den Dächern erzeugen im Jahresdurchschnitt so viel regenerative Energie, wie die Bewohnenden für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom benötigen.
Insgesamt modernisiert Vonovia im Hagebuttenweg sieben Mehrfamilienhäuser mit 75 Wohneinheiten und rund 6.100 Quadratmetern Wohnfläche. Rund 8,7 Millionen Euro investiert das Wohnungsunternehmen in das Projekt, das bis Herbst 2026 abgeschlossen sein soll. Das Projekt dient als Blaupause, um serielle Modernisierungsansätze deutschlandweit zu skalieren und so einen substanziellen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten.
Claudia Simon, Leiterin der Abteilung Städtebau und Wohnen im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, stellt fest: „Energetische Sanierungen sind für uns unverzichtbar. Das serielle Sanieren zeigt uns neue Methoden und bietet Raum für Innovation. Wir sehen hier heute einen wertvollen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele, der Sanieren einfacher und schneller macht und hoffentlich viele Nachahmer findet.“
Für die Wohnungswirtschaft liegen die Vorteile vor allem in der schnellen Umsetzung und der Sozialverträglichkeit. Anna Ostrouchow, Regionalbereichsleitung Hannover bei Vonovia, erläutert weiter: „Wir haben uns verpflichtet, bis 2045 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Das Projekt im Hagebuttenweg ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg und zeigt eine Lösung, die Wohnkomfort, Energieneutralität und Zukunftsfähigkeit vereint.“
Uwe Bigalke, Leiter des dena-Kompetenzzentrums Serielles Sanieren, ordnete das Projekt in den bundesweiten Kontext der Klimaziele ein: „In Deutschland wurden bislang 2.000 Wohneinheiten seriell saniert. 2.700 befinden sich im Bau und rund 16.500 in unterschiedlichen Planungs- und Vorbereitungsphasen. Zu dieser Entwicklung leistet Vonovia als verlässlicher Treiber der ersten Stunde einen wichtigen Beitrag: mit innovativen Lösungen und eigenen Skalierungsansätzen wie bei diesem Projekt in Hannover. So sind 4 Mio. seriell sanierte Wohneinheiten bis 2045 keine Vision, sondern ein realistisches Ziel auf dem Weg zur Klimaneutralität“.
Dr. Annika Mannah, Geschäftsführerin der Klimaschutzagentur Region Hannover, hob die Bedeutung für den regionalen Klimaschutz hervor: „Um die Klimaneutralität in der Region Hannover zu erreichen, müssen wir die Sanierungsrate im Gebäudebestand drastisch erhöhen. Das serielle Sanieren ist dafür ein entscheidender Schlüssel: Es ermöglicht, Klimaschutz schnell, industriell skalierbar und mit hoher Qualität in die Breite zu bringen. Das Projekt im Hagebuttenweg zeigt eindrucksvoll, dass technologische Innovation, Wirtschaftlichkeit und pragmatischer Klimaschutz Hand in Hand gehen.“
Bild: Vonovia / Kakó, Klimaschutzagentur